Redaktion
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24. Juni 2026
Europas blinder Fleck nach einem Jahr EAA: Börsenunternehmen
schließen viele Nutzer durch digitale Barrieren weiterhin aus
Eine aktuelle Accessiway-Analyse der verbraucherorientierten Websites
börsennotierter Unternehmen in fünf europäischen Ländern zeigt:
● 98 Prozent der untersuchten Websites weisen digitale Barrieren auf
● Häufigste europäische Barrieren: Mängel bei den Farbkontrasten, der
Textvergrößerung und der Reflow-Darstellung
● Automatisierte Tests greifen zu kurz: Viele reale Barrieren bleiben
trotz hoher Lighthouse-Scores unentdeckt

Europas blinder Fleck nach einem Jahr EAA: Börsenunternehmen
schließen viele Nutzer durch digitale Barrieren weiterhin aus
Eine aktuelle Accessiway-Analyse der verbraucherorientierten Websites
börsennotierter Unternehmen in fünf europäischen Ländern zeigt:
● 98 Prozent der untersuchten Websites weisen digitale Barrieren auf
● Häufigste europäische Barrieren: Mängel bei den Farbkontrasten, der
Textvergrößerung und der Reflow-Darstellung
● Automatisierte Tests greifen zu kurz: Viele reale Barrieren bleiben
trotz hoher Lighthouse-Scores unentdeckt
Hamburg, 24. Juni 2026 – Rund ein Jahr nach Anwendungsbeginn des European
Accessibility Act (EAA) am 28. Juni 2025 zeigt eine europaweite Analyse von Accessiway:
Europas große Börsenunternehmen sind von digitaler Barrierefreiheit weiterhin weit entfernt.
98 Prozent der untersuchten verbraucherorientierten Websites weisen mindestens eine
digitale Barriere auf – nur zwei von 107 geprüften Websites bestanden alle Prüfungen.
Untersucht wurden digitale Angebote führender Unternehmen aus DAX, ATX Prime, FTSE
MIB, CAC 40 und FTSE 100 in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und
Großbritannien. Grundlage der Prüfung waren neun ausgewählte Kriterien der Web Content
Accessibility Guidelines, WCAG 2.2. In Deutschland wird der European Accessibility Act
durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) umgesetzt.
Im direkten Ländervergleich liefert Deutschland demnach den besten Wert. Entwarnung ist
dennoch nicht angesagt: Auch in Deutschland fallen 89 Prozent der untersuchten
verbraucherorientierten DAX-Websites bei mindestens einem Kriterium durch. In vier der
fünf untersuchten Märkte liegt die Durchfallquote bei 100 Prozent. Die Folge: Für viele
Nutzer:innen bleiben Europas Online-Angebote schwer erreichbar. Zentrale digitale Services
lassen sich im Alltag nicht zuverlässig oder nur mit zusätzlichem Aufwand nutzen.
Die Regulierung steht, die Umsetzung hakt
Im europäischen Länderdurchschnitt verfehlen die untersuchten Websites 3,7 von neun
Kriterien. Am größten ist die Lücke in Österreich und Italien mit jeweils 3,9 verfehlten
Kriterien pro Website. Deutschland schneidet mit 3,2 verfehlten Kriterien am besten ab,
bleibt aber ebenfalls klar hinter dem Anspruch barrierefreier digitaler Angebote zurück.
Betroffen sind in allen Ländern zentrale digitale Angebote für Verbraucher, darunter
Banking-Plattformen, Online-Shops, Telekommunikationsdienste und Kundenportale.
„Ein Jahr nach Inkrafttreten des BFSG beobachten wir in Europa noch immer eine deutliche
Lücke zwischen Regulierung und Umsetzung“, so Jacopo Deyla, Chief Accessibility
Officer bei Accessiway. „Viele Unternehmen behandeln digitale Barrierefreiheit weiter als
Prüfpunkt am Ende eines Projekts. Genau dort entsteht das Problem: Barrierefreiheit muss
von Beginn an in Design, Entwicklung, Content und Qualitätssicherung verankert sein, um
digitale Angebote für alle zugänglich zu machen. Dabei ist digitale Barrierefreiheit heute ein
geschäftskritischer Faktor. Unternehmen, die ihre digitalen Angebote nicht zugänglich
gestalten, verlieren Menschen an zentralen Kontaktpunkten. Das wirkt sich auf Reichweite,
Nutzererlebnis und Conversion aus.“
Lesbarkeit ist Europas größte digitale Schwachstelle
Europas größte digitale Barriere sind mangelnde Farbkontraste: Im europäischen
Durchschnitt scheitern 71 Prozent der untersuchten Websites an diesem Kriterium.
Besonders hohe Werte weisen Italien (84 Prozent) und Österreich (82 Prozent) auf.
Schlechte Kontraste erschweren hier die Lesbarkeit und Orientierung. Dies betrifft
Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, ältere Nutzer:innen und alle, die digitale Angebote
bei schwierigen Lichtverhältnissen nutzen. Für Unternehmen kann schon diese
Basisbarriere zum Abbruch des digitalen Angebots führen.
Auf Platz zwei folgen Probleme bei der Textvergrößerung. Europaweit verfehlen 64 Prozent
der Websites dieses Kriterium. Besonders auffällig sind Frankreich mit 95 Prozent und
Großbritannien mit 83 Prozent. Zu den häufigsten Barrieren gehören außerdem sogenannte
Reflow-Darstellungen (60 Prozent), bei denen Probleme bei der Anpassung von Inhalten auf
kleinere Bildschirme oder vergrößerte Ansichten auftreten, sowie Mängel beim sichtbaren
Fokus (43 Prozent) und bei der Tastaturbedienbarkeit (40 Prozent).
Automatisierte Tests vermitteln falsche Sicherheit
Die Analyse zeigt zudem: Viele Barrieren bleiben in automatisierten Tests unentdeckt. Bei
einem parallel durchgeführten Test mit dem Tool Google Lighthouse schnitten mehrere der
untersuchten Websites sehr gut ab, obwohl die Expert:innen von Accessiway bei einer
genaueren Analyse weiterhin relevante Barrieren identifizierten. Europas durchschnittlicher
Lighthouse Score fällt damit deutlich besser als in der vertiefenden Prüfung aus (89
Prozent). Die Analyse zeigt an dieser Stelle: Verlässliche Barrierefreiheit entsteht erst dort,
wo automatisierte Tests durch menschliche Expertise ergänzt und kontinuierlich
weiterentwickelt werden.
„Automatisierte Tests sind hilfreich, aber sie ersetzen keine menschliche Analyse“, so
Jacopo Deyla. „Ein hoher Score kann gut aussehen, während Nutzer im Alltag trotzdem
scheitern. Unternehmen brauchen daher kontinuierliche Prüfprozesse, klare
Verantwortlichkeiten und fachliche Expertise. Barrierefreiheit ist kein einmaliges Audit.“
Über die Analyse
Accessiway analysierte im Mai 2026 insgesamt 107 verbraucherorientierte Websites
führender börsennotierter Unternehmen aus fünf europäischen Märkten. Berücksichtigt
wurden digitale Angebote aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und
Großbritannien. Die Untersuchung umfasst Websites von Unternehmen aus DAX, ATX
Prime, FTSE MIB, CAC 40 und FTSE 100. Geprüft wurden neun ausgewählte Kriterien der
Web Content Accessibility Guidelines, WCAG 2.2. Dazu zählen Reflow, Farbkontrast,
Tastaturbedienbarkeit, sichtbarer Fokus, Textvergrößerung, Pause und Stopp bewegter
Inhalte, Fokusreihenfolge, Flackern sowie Skiplinks. Die Ergebnisse stellen eine
Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Analyse dar. Sie ersetzen keine vollständige
Barrierefreiheitsprüfung oder Konformitätsbewertung. Sie zeigen, welche Barrieren bei
öffentlich zugänglichen Online Angeboten großer europäischer Unternehmen besonders
häufig auftreten.
Bildmaterial zur freien Verwendung findet sich hier.
Über Accessiway
Accessiway ist einer der führenden europäischen Anbieter im Bereich der digitalen
Barrierefreiheit. Das Unternehmen unterstützt Organisationen dabei, ihre digitalen Angebote
inklusiver, benutzerfreundlicher und gesetzeskonform zu gestalten – für alle Menschen,
unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. Mit einem Team von
Spezialist:innen und einem technologiebasierten Ansatz wurden bereits über 2.000
Unternehmen in Europa erfolgreich auf ihrem Weg zu mehr digitaler Inklusion begleitet.
Accessiway ist Teil von team.blue, einer der bedeutendsten europäischen
Unternehmensgruppen im Bereich digitaler Services mit mehr als 3,3 Millionen aktiven
Kund:innen in 22 Ländern. Diese Zugehörigkeit ermöglicht es Accessiway, technologische
Skalierbarkeit, zuverlässige Infrastruktur und tiefgehendes regulatorisches Know-how zu
vereinen – zentrale Voraussetzungen für stabile Partnerschaften mit Unternehmen,
öffentlichen Institutionen und Organisationen im gesamten europäischen Raum.
Digitale Barrierefreiheit gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher und wirtschaftlicher
Relevanz: Der European Accessibility Act, der ab Juni 2025 verbindlich ist, verpflichtet
Unternehmen dazu, digitale Angebote so zu gestalten, dass sie von allen Menschen
gleichermaßen genutzt werden können. Gleichzeitig entwickelt sich Inklusion zu einem
zentralen Bestandteil moderner Unternehmensverantwortung. Accessiway begegnet diesen
Anforderungen mit einem ganzheitlichen Lösungsportfolio – von der automatisierten Analyse
bis hin zur nachhaltigen, menschenzentrierten Umsetzung.
Die Vision von Accessiway ist klar: eine digitale Welt ohne Barrieren. Eine Welt, in der alle
Menschen gleichberechtigt Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Teilhabe haben
– online wie offline. Dabei steht nicht nur technologische Exzellenz im Fokus, sondern auch
das Bewusstsein für Diversity, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit im digitalen Raum.
Weitere Informationen unter: www.accessiway.com/de.
Pressekontakt
André Hoffmann
FAKTOR 3 AG

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